Persönlichkeiten

 

Immer wieder tauchen in den Archivunterlagen bestimmte Namen auf, die sich in besonderer Weise für den Schachsport eingesetzt haben. Ohne Professor Pfannenstiel, Dr. Wolffram , Dr. Wielandt, Studienrat Petzoldt, Max Nürnberger, Heinz Seegebrecht und Heino Detken, um nur einige zu nennen, könnten wir vielleicht garnicht unser Jubiläum feiern.

Besonders viele Nachrichten und Briefe gibt es in den Unterlagen von Professor Pfannenstiel, dem Gründungsvorsitzenden und späteren Ehrenvorsitzenden des OOSV, der als Musikpädagoge an einem Oldenburger Gymnasium arbeitete, zusätzlich war er für viele Gymnasiasten der Schachtrainer, er hatte zu ihnen ein besonders Verhältnis. Dafür als Beispiel die Vorbereitung der Jugendturniere Ostern 1958 in Oldenburg: Zur Vorbereitung wendet er sich schriftlich an zwei Schüler, ein Brief geht an  Manfred Herrmann, der an der Hindenburg Schule einige Punkte erledigen sollte. Der Brief endet: Herzlich grüßt Euch Hindenburgler Euer Schachhäuptling. Der zweite Brief geht an Heino Rottmann für die Anton-Günther-Schule, hier heißt die Grußzeile am Schluß: Herzlicher Gruß und Dank, geschätzter Winnetou! Dein (Pf.)
In einer Statistik über diese Jugendturniere hält Professor Pfannenstiel fest, daß dort 50 Jugendliche teilgenommen haben: 31 aus Oldenburg, 11 aus Wilhelmshaven, 3 aus Ohrwege, 2 Nordenham und je 1 aus Westerstede, Blexen und Stollhausen. Er teilt mit, daß darunter 40 Oberschüler, 3 Mittelschüler, 2 Volksschüler, 3 Lehrlinge, 1 Geselle und 1 Jungarbeiter waren.

Unser nebenstehendes Foto zeigt zwei weitere wichtige Persönlichkeiten, links Dr. Wilhelm Wielandt und neben ihm Dr. Walter Wolffram. Wilhelm Wielandt wurde zum Ehrenmitglied des OOSV ernannt, ohne daß er nach dem Krieg noch einmal Vorstandsmitglied im OOSV wurde. Er hatte 1925 den Vorläufer des Schachverbandes Weser-Ems gegründet. Als Besitzer eines Torfkokswerkes konnte er zu Besprechungen OOSV-Vorstandsmitglieder in seinem PKW mitnehmen und half immer wieder bei finanziellen Engpässen dem Verband mit Geldspenden.
Dr. Wolffram war Arzt in Wilhelmshaven, 1933 wurde er Vorsitzender des Schachkreises Wilhelmshaven, nach dem Krieg dann 1946 Vorsitzender des  WSC und wenig später Leiter des wiedergegründeten Schachbezirks Wilhelmshaven. 1958 wurde er Nachfolger von Professor Pfannenstiel und blieb es bis 1968.

Hier ein weiteres Foto aus den Unterlagen: Es zeigt anläßlich einer Siegerehrung einige der wichtigsten Personen des OOSV. In der Mitte mit der Tabelle in der Hand sehen wir Dr. Walter Wolffram, links neben ihm steht der Jugendwart Professor Pfannenstiel, links am Rande des Bildes findet sich der Turnierleiter Anton Eilers. Auf der rechten Seite von Dr. Wolffram folgt Heinz Seegebrecht, ebenfalls aus dem WSC, der 1968 OOSV- Vorsitzender wurde, daneben finden sich als erfolgreiche Turnierteilnehmer Dieter Bünger und Manfred Herrmann, die bis heute bekannte Schachspieler im Bezirk sind.
Eine kleine Anmerkung: Es fällt auf den Bildern auf, wie gepflegte Erscheinung und Kleidung für Schachspieler damals noch selbstverständlich waren.
(Leider konnte ich in den Unterlagen nicht ermitteln, in welchem Jahr das Foto entstanden ist. Aber ich denke, daß diese CD Neuauflagen erleben kann, es gibt gewiß noch Schach- freunde, die diese Frage beantworten können.)

Ein drittes Foto zeigt Heino Detken aus dem Schachverein "Weißer Turm" Rastede, der 1971 OOSV-Vorsitzender wurde. Er überreicht dem Oldenburger Harm Cording, einem Schüler von Professor Pfannenstiel, einen Siegerpokal.  Er gab den Vorsitz des OOSV 1977 ab, auch er starb früh, schon 1985 im Alter mit 55 Jahren.
Das besondere Verdienst von Heino Detken war, daß er den OOSV aus einer tiefen Krise herausführte, die durch den frühen Tod von Heinz Seegebrecht im Jahre 1971 verschärft worden war.
Von Herbst 1971 ging es nach dem Tiefpunkt 1969/70 wieder aufwärts.

Im Hintergrund sieht man am linken Bildrand Horst von Minden, der 1967 Turnierwart des OOSV wurde und später längere Zeit Unterbezirksvorsitzender war.

(Auch hier vermag ich nicht zu ermitteln, wann das Foto entstand.)

Nicht vergessen werden soll der entscheidende Mann im Schachbezirk Ostfriesland, der verstorbene Studienrat Petzoldt aus Emden:

 



Jahrelang war Studienrat Pet- zoldt aus EmdenVorsitzender des Bezirks Ostfriesland.


Ganz selbstverständlich wurden die Nachrichten brieflich weiter
gegeben, hier schreibt Studienrat Petzoldt 1960 an Dr. Wolffram u. a. über eine Partie; die sein Sohn Dieter während der Jugend- meisterschaft spielte.   

Hier die Wiedergabe der Zeilen aus dem Brief:
Was ich ahnte: der Bremer war stärker! Ich glaube  Dieter hatte zuviel Lampenfieber und spielte nicht unbefangen genug. Den geschlossenen Sizilianer hatte der Bremer am Abend vorher bei Ditt studiert und mit dem stärksten Zug Tb8 entgegnet. Ansonsten spielte Dieter zu unentschlossen und zuviel hin u. her. Das nächste Mal besser!

Es ist schon erstaunlich, wie viele handschriftliche Briefe zwischen den Vorstandsmitgliederm hin- und hergingen, erst langsam setzen sich die Schreibmaschine und die Wachsmatritzen durch!

Aber die 50-jährige Verbandsgeschichte zeigt nicht nur ehrendes Gedenken an verstorbene Schachfreunde. Nicht vergessen werden soll hier Wolfgang Berger werden, der die ganzen Jahre des OOSV miterlebt und mitgestaltet hat. Sie finden an anderer Stelle ein Gespräch, daß ich mit ihm führen konnte. Unser Gruß gilt auch Benno Dräger, der wichtige Entscheidungen in der Verbands- und Bezirksgeschichte auf den Weg gebracht und durchgesetzt hat.

 

Außerdem ist klar, daß den genannten Schachfreunden gleichzeitig auch andere zur Seite standen, die ihre Arbeit erst möglich machten. Aber manche treue Mitarbeiter können hier nicht genannt werden, weil sie doch mehr in der Stille gearbeitet, ohne daß das sich gleich in den Akten niederschlug.

Dankbar schauen auch einige Vereine auf Schachfreunde, die auf der Vereinsebene z. B. die Jugendarbeit in besonderer Weise gefördert haben, ihre Namen finden sich auf einer Seite zum Thema "Jugendarbeit".