Im Niedersächsischen Schachverband

1979 wurde der Schachbezirk Oldenburg/Ostfriesland (SBOO) einer der 6  Bezirke  im Niedersächsischen Schachverband (NSV). Die Verbindung zum Bremer Schachbund wurde beendet. Unser Bezirk hatte so eine neue Verbindung über Hannover zum Deutschen Schachbund (DSB) erhalten. Sie schuf die Voraussetzung, daß auch in unserem Bereich später Schach als Sport anerkannt werden sollte. Zunächst war die Verbindung  zum NSV nicht sehr stark, es gab dort erprobte Zusammenarbeit der Bezirke I bis IV, unser Bezirk war zunächst nur durch den Vorsitzenden im erweiterten Vorstand des NSV vertreten. Die meisten Referenten des NSV, die mit dem Präsidium den Vorstand des NSV bilden, hatten ihre Aufgaben schon vor unserem Beitritt lange wahrgenommen.

Aus unserem Bezirk wurden dann als erster Wolfgang Berger 1981 zum Schatzmeister des NSV gewählt, er behielt dieses Amt bis 1987. In dieser Zeit stellte aber allein der Schachklub Lehrte drei Referenten. Heute sind wir zu zweit als Referenten im Vorstand des NSV vertreten: Klaus Schumacher ist Referent für Datenverwaltung und ich bin für das Referat "Breitenschach" zuständig. Außerdem ist Ralf Heyen als Bezirks- vorsitzender automatisch im erweiterten Vorstand.
Die Zusammenarbeit im NSV-Vorstand ist trotz oft großer Interessengegensätze heute offen und oft freundschaftlich. Natürlich hat z. B. der 1. Bezirk, der den Großraum Hannover vertritt, oft andere Vorstellungen als die Bezirke, die in großen Flächengebieten zuhause sind. In Hannover können die Spieler mit der Straßenbahn zu Mannschaftskämpfen fahren, bei uns dagegen liegt z. B. zwischen Emden und Butjadingen eine weite Autoreise. Dies zeigte sich auch in einem Arbeitskreis, indem wir für die Neueinteilung der beiden Landesligen des NSV uns der Frage stellten, wie für alle Mannschaften dieser Klassen ungefähr gleiche Entfernungen zu Mannschaftskämpfen erreichbar seien. Die jetzige Nord-Süd-Einteilung kann das nicht leisten
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Unser Problem als Mitglieder des NSV-Vorstandes liegt eher in unser Rolle in unserem eigenen Kongreß, viele Vereinsvertreter hinterfragen den Nutzen, den unsere Vereine vom NSV und von DSB haben. Schließlich geht ein Teil unserer Beitragseinnahmen an diese beiden Stellen, ohne daß sofort etwas davon zurückkommt. Viele Aktivitäten in der Leistungsförderung unserer Spitzenspieler berühren die ländlichen Vereine nicht. Und eine Beitragserhöhung im NSV und DSB wird automatisch den Vereinen auferlegt. Und Sonderkonditionen, wie wir sie bei der Aufnahme in den NSV 1979 erhalten haben, gibt es schon lange nicht mehr.

Unser Jugendabteilung gehört zu der Niedersächsischen Schachjugend (NSJ), einer Abteilung des NSV. Sie hat ihren eigenen Vorstand, zu ihm gehört Rene Martens als Finanzreferent. Auch hier gibt es finanzielle Fragen. Wenn Jugendliche aus unserem Bezirk zu Landesmeisterschaften fahren wollen, ist dafür Bedingung, daß wir als entsendender Bezirk die Betreuer auf eigene Kosten stellen, da es sonst keine Zulassung für die Teilnehmer gibt. Leider haben wir keine Möglichkeiten, diese Kosten an die Unterbezirke, die unsere Jugendlichen entsenden, weiterzugeben. Auch die Abwicklung der Kosten über Teilnehmerbeiträge ist vielfach nicht möglich, weil den anderen Bezirken ihre Jugendarbeit stärker unterstützen und Gelder für Betreuer und Trainer gern aufbringen. Mit einer gewissen Spannung erwarte ich die Etatberatungen während des kommenden Osterkongresses.
                                                                                                                                                                           
Hermann Züchner