Jubiläum des Schachclubs Leer von 1909

Ein Bericht von 1979: 70 Jahre Schachverein Leer

Am 70. Geburtstag unseres Schachvereins werden die Mitglieder von heute einmal daran erinnert, daß in Leer schon sehr lange Schach gespielt wird.
Sechs Leeraner Bürger beschlossen am 28.11.1909 die Gründung eines Schachclubs, darunter Herr Studienrat Menken, der sich um die Pflege des Schachspiels verdient machte.
Von 1910 - 1950 hat Herr Menken den Club geleitet, insgesamt 40 Jahre 1950 - 1952 löste Herr Kahle ihn ab, leider nur für 3 Jahre 1953 - 1976 war Herr Winenga für 24 Jahre Vorsitzender des Schachvereins Leer. In dieser Zeit erfolgte die Umbenennung in Schachverein. Ab 22.08.76 übernimmt Herr Hell den Vorsitz. Im Verlaufe von 70 Jahren gab es nur 4 Vorsitzende, dafür wechselte der Verein sehr oft sein Vereinslokal. Es mag interessieren, daß laut Anzeigen in dem Leerer Anzeigeblatt in den Jahren 1828/1869 eine Schachspieler-Vereinigung in Leer existierte, die innerhalb eines Jahres das Spiel-Lokal vom "Bahnhof" über das Clubhaus in der Brunnenstraße in die Waage am Ufer überwechselte, also vor 110 Jahren.
Vor dem 2. Weltkrieg vereinbarte der Schachclub Freundschaftswettkämpfe gegen die Vereine in Papenburg, Emden, Norden und Aurich. Damals spielten an jedem Donnerstag  12 - 15 Schachspieler in der Freimaurer Loge in der Gaswerkstraße, wo Frau Uhlmann uns einen leckeren Tee servierte.
Herr Antoni aus Weener lag bei den Vereinsturnieren meistens an der Spitze. Während des Krieges wurde weitergespielt. Bei van Mark verbrannte das ganze Spielmaterial.
Nach dem Krieg gab es Auftrieb in der Spielstärke durch einige Flüchtlinge. Eine Verbindung wurde nach Oldenburg aufgenommen zu den aus ihrer Heimat vertriebenen Letten. Gegen diese guten Schachspieler bezog die Mannschaft - es spielten Winenga, Kahle, Manthey, Krebs, Byl, Schienger, von Swiekowski - empfindliche Niederlagen.
1949 wurde in Norden ein Pokalturnier Leer/Norden, Aurich, Norderney mit Terbeek, Kort, Wientjes, Krebs, Winenga, Manthey, Chazinski, Spitzenberg, Kortner, Schienger gewonnen. 1959 wurde das 50-jährige Bestehen gefeiert.
In den nächsten Jahren herrschte eine große Flaute. 1965 trat eine Belebung ein durch den Beitritt von Oskar Flegel, der als Spielleiter sich sehr erfolgreich in Vereinsturnieren einsetzte.
1969 gewann der Schachverein Leer die ostfriesischen Mannschafts-Wettkämpfe gegen Emden mit 4 1/2 : 3 1/2 und gegen Norden und Papenburg mit dem gleichen Ergebnis mit Schäfer, Duin, Flegel, Krebs, Winenga, Dr. Burmeister, Battmeier, Warlich. 1971 hatte der Verein 32 Mitglieder: In diesem Jahr belegten bei den Ostfriesischen Einzelmeisterschaften in Leer, die vom 29. - 31.10.  stattfanden, unsere Mitglieder die ersten beiden Plätze: 1. Albers, 2. Schäfer, 3. v. Knyphausen (Norden), 4. Bemboom (Papenburg), 5. Janssen (Norden). Ein ganz großer Erfolg.
1973/ 1974 Beteiligung erstmalig an der OOSV-Liga mit der 1. Mannschaft mit dem Ergebnis: 1. Rastede 13:1, 2. Jever 11:3, 3. Leer 8:6 , 4.-8. Brake/W'haven, Einswarden, Varel, Oldenburg III.
in der OOSV-Klasse mit der 2. Mannschaft wurde von 10 Mannschaften der 7. Platz belegt.
Dr. Meincke wurde 1973 Ostfriesischer Meister vor Janssen aus Norden.
Von 1974 - 1977 wurde mit wechselndem Erfolg gespielt.
1978/1979: Die Mannschaft Dr. Meincke, de Boer, B. Züchner, Bräuer, Rau, Schröder, Fischbach, Nordholt errang die Meisterschaft in der OOSV-Verbandsliga mit 13 : 1 Punkten vor Norden, Rastede, W'haven 1887, Brake, Turm W'haven, Cloppenburg und Aurich und steigt auf in die höhere Spielklasse.
In der Aufstiegsliga wurde die 2. Mannschaft nur 8., letzter Platz. In der Verbandsklasse I belegte die 3. Mannschaft den 3. Platz bei 7 Teilnehmern.
Durch Tod verloren wir 1979 Herrn Wientjes und Herrn Oskar Flegel. Gerade der Tod von Herrn Flegel hinterläßt eine große Lücke im Verein, die nur sehr schwer geschlossen werden kann. Besonders für die Jugendlichen war es ein großer Schlag, ihren väterlichen Freund zu verlieren, der sie zu so vielen Siegen geführt hat.
Hier seien nur einige Jugendliche für alle benannt:

1977: de Boer :       Bezirksmeister der Herren, Jugendpokalsieger Ostfriesland
          Fischbach:    B-Jugend-Bezirksmeister (ebenso 1979)

1978: Rau, U. :       A-Jugend-Bezirksmeister (ebenso 1979)
          Fischbach:    OOSV-Jugend-B-Meister
          Burgers ,Sabine: Mädchenbezirksmeisterin (ebenso 1979)

Auch die Mannschaft spielte erfolgreich: 1978 wurde sie jeweils zweiter bei den Niedersächsischen Blitzmeisterschaften sowie Jugendmeisterschaften in der Aufstellung de Boer, Rau, Nordholt H., Fischbach, Lehmann, Nordholt G., Sabine Burgers, Ari Burgers.